Allgemein Illustration

Schnell, schnell, VG Bild-Kunst für Illustratoren

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Was ist VG Bild-Kunst?

Also kurz zu VG Bild-Kunst, wer sie noch nicht kennt. Die „Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst“ vertritt die Urheberrechte der Bildurheber in Deutschland.

Alle Hersteller von Druckern, Kopiergeräten, CD/DVD-Rohlingen, Scannern und anderen Geräten, die Vervielfältigung von urhebergeschützten Werken erlauben, zahlen eine Pauschale an die VG Bild-Kunst. Das eingenommene Geld teilt die VG Bild-Kunst unter ihren Mitgliedern auf. Die Voraussetzungen, um ein Mitglied zu werden und an der Ausschüttung teilzuhaben sind, dass man

  • ein Urheber von Werken (Bildern/Illustrationen) ist
  • sie nachweisbar der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt
  • Einkünfte aus künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit nachweisen kann

Ich werde mich auf Illustratoren konzentrieren, genauso interessant ist das ganze aber auch für Bildende Künstler (Gruppe I), Fotografen, Grafiker, Bildjournalisten, Designer, Illustratoren, Pressezeichner, Karikaturisten, Bildagenturen (Gruppe II) und Regisseure, Cutter, Kameraleute, Filmarchitekten, Kostümbildner, Szenenbildner, Trickfilmzeichner und Produzenten von freien (Co) Produktionen (Gruppe III)

Warum sollte ich mich anmelden?

Wenn man seine Arbeiten rechtzeitig anmeldet, nimmt man an der Ausschüttung im Dezember teil und bekommt jedes Jahr Geld auf das Konto überwiesen. Nice. Es loht sich vor allem, wenn man für die Bereiche Buch und Editorial arbeitet. Und natürlich für alle, die Illustrationen online haben, z.B auf dem eigenen Portfolio. Man listet nur seine Arbeiten/Honorare aus dem letzten Jahr auf. Es werden dabei keine Rechte an den Arbeiten an die VG Bild-Kunst abgetreten.

Wie melde ich mich an?

Um Mitglied zu werden, muss man sich einfach und kostenlos bei VG Bild-Kunst anmelden. Die Vertragsunterlagen bekommt man hier. Der Vertrag muss in zweifacher Ausführung ausgefüllt und per Post an die VG Bild-Kunst geschickt werden. Mit der Antwort bekommt man ein Passwort für die Online-Meldungen. Falls man kein Passwort bekommen oder es wieder vergessen hat (wie ich), kann man es hier anfordern.

Wie kann ich meine Arbeiten melden?

Bis zum 31. Juli 2017 kann man online seine Arbeiten aus dem Jahr 2016 melden. Sie werden in 3 Kategorien gemeldet:

  1. ILLUSTRATIONEN IN BÜCHERN Veröffentlichungen in Büchern oder Kalendern (welche eine ISB-Nummer haben)
  2. ILLUSTRATIONEN IN DIGITALEN MEDIEN Veröffentlichungen in digitalen Medien, zum Beispiel Coverfotos für CDs, DVDs, aber auch Veröffentlichungen auf Webseiten
  3. ILLUSTRATIONEN IN ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN Netto-Nutzungshonorare, zum Beispiel für die Veröffentlichung in Zeitungen, Zeitschriften, aber auch TV-Standbilder oder die Nutzung über Bildagenturen und Fotoarchive

 

1. ILLUSTRATIONEN IN BÜCHERN | Meldekarte Buch

Sehr einfach. Gemeldet werden können Bücher mit eigenen Illustrationen ab einer Druckauflage von 250 Stück. Dafür braucht man die ISBN-Nummer und das Erscheinungsjahr. Das Jahr ist wichtig, weil Bücher automatisch für fünf Jahre nach dem Erscheinen bei jeder Ausschüttung mitgerechnet werden. Bei einer Neuauflage kann das Buch wieder neu gemeldet werden und die Bewertung verlängert sich um weitere fünf Jahre.

 

2. ILLUSTRATIONEN IN DIGITALEN MEDIEN

Hmm. Momentan können keine Meldungen in diesem Bereich vorgenommen werden, weil ein neuer Verteilungsplan erarbeitet wird. Es wird später möglich sein auch diese Illustrationen anzumelden. Werde ich im Blick behalten und dann genauer beschreiben.

 

3. ILLUSTRATIONEN IN ZEITUNGEN UND ZEITSCHRIFTEN | Meldekarte Honorare

Hier werden die Nutzungshonorare (netto) aus Illustrationen für Zeitungen und Zeitschriften zusammengerechnet und je nach Zweck in sechs Kategorien aufgeteilt. Gemeldet werden können nur Nutzungen in Deutschland und Auftraggeber, welche einen deutschen Firmensitz haben. Welche Illustration gehört in welche Kategorie? Die Beispiele helfen bei der Zuordnung.

1. Zeitungs- / Zeitschriftenverlage, Nachrichten-/Sportbildagenturen Auflage ab 300.000 

Beispiele: dpa, Reuters, AP (Associated Press), Action Press, Witters, Imago, Bloomberg, KANN-Bild, epd-Bild, Süddeutsche Zeitung, Zeit, Bild, Spiegel, Stern, Focus u. a.

2. Zeitungs-/Zeitschriftenverlage Auflage bis 300.000

Beispiele: FAZ, Tagesspiegel, Mitteldeutsche Zeitung, Die Welt, Manager Magazin, Münchner Merkur, Kicker u. a.

3. Bildagenturen / kulturelle Auftraggeber

Beispiele: laif, Mauritius, Look, Getty Images, picture alliance, Visum, Jump, Huber, Okapia, Ullstein Bild, ddp images, eventpress, Fotoagentur Zentralbild, Your Photo Today, F1 online, Caro, plainpicture, maground, Bildschön u. a. Beispiele: Kulturelle Auftraggeber: Museen, Galerien, Theater

4. Pressebilder Kunden 

Beispiele: Presseabteilungen von Direktkunden aus Industrie und Handel, Angehörige freier Berufe (z. B. Architekten, Fotografen, Sänger), Verbände und andere öffentliche Auftraggeber.

5. Werbebilder Kunden / kostenlose Zeitungen und Zeitschriften

Beispiele: Werbeagenturen, Marketingabteilungen von Unternehmen, Corporate- und Kunden-Magazine, Lufthansa-Magazin, DB Mobil, Apotheken-Umschau, IHK-Magazin, ADAC-Motorwelt, kostenlose Anzeigen- /Wochenblätter, Full-Service-Mediendienstleister u.a.

6. von Fernsehanstalten (stehende Bilder)

Beispiele: Fernsehgrafiker (unständig beschäftigte Grafiker), Infografiker

Und so, jetzt los, jetzt gibt es keine Ausreden mehr, dass man es nicht »geschafft« hat. Also vor allem für mich nicht.

 

Ausstellung Illustration

100 Beste Plakate

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Seit Donnerstag Abend läuft im Kulturforum am Potsdamer Platz die Ausstellung »100 beste Plakate 2016«. Wer es bis zum 2.7.2017 nicht schafft persönlich vorbeizuschauen, kann sich als kleine Inspiration für den Wochenanfang alle Arbeiten auch online anschauen.

Paula TroxlerNeue Gestaltung

Yuan Wang

Denis RouecheBalmer Hählen

Claudiabasel Grafik & InteraktionDaniel Wiesmann

cyan

 

Allgemein Bücher

Wenn wir vom Sommer träumen, träumen wir von Einfachheit

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»Er hatte eine große, weiße, bezaubernde Villa am Mittelmeer gemietet, und wir träumten schon seit den ersten heißen Junitagen von ihr. Sie lag abseits, auf einem Felsvorsprung, der in das Meer hineinragte, und ein Fichtenwald verbarg sie vor der Straße; Ein Ziegenpfad schlängelte sich zu einer kleinen goldgelben Bucht hinab, wo das Meer sich zwischen roten Felsen wiegte. Die ersten Tage waren strahlend schön. Wir verbrachten viele Stunden, ganz zerschlagen von der Hitze, am Strand und nahmen langsam eine gesunde, goldbraune Farbe an. … Ich war von frühen morgen an im Wasser; Es war frisch und durchsichtig, und ich grub mich hinein und tobte mich aus. Ich wollte mich von allen Schatten und allem Schmutz der Stadt reinigen. Dann streckte ich mich im Sand aus, griff eine Handvoll und ließ ihn in einem weichen, gelblichen Strahl durch meine Finger rinnen. Er verrinnt wie die Zeit, sagte ich mir – was für ein einfacher Gedanke, und wie angenehm war es, einfache Gedanken zu haben! Es war Sommer.«

Françoise Sagan: Bonjour tristesse, 1954

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»Hinter dem Felsen, zum offenen Meer hin, erschreckte sich ein Waldgürtel mit abgestorbenen Bäumen, der ständig dem Wind ausgesetzt war. Seit vielen hundert Jahren versuchte der Wald, gegen die Stürme anzuwachsen, dadurch hatte er ein ganz eigenes Gesicht erhalten. Im Vorbeirudern sah man deutlich, dass die Bäume sich vom Wind wegreckten, sie duckten und verknoteten sich, ja, viele von ihnen krochen geradezu. Nach und nach brachen die Stämme oder sie vermoderten und versanken, das abgestorbene Holz stützte oder erdrückte jenes, das noch grüne Spitzen hatte, und alles zusammen bildete hartnäckig eine verfilzte, unterwürfige Masse. Der Boden glänzte von braunen Nadeln, bis auf die Stellen, wo die Tannen beschlossen hatten zu kriechen, anstatt zu stehen, dort wucherte ihr Grün in einer üppigen Raserei, feucht und leuchtend wie in einem Urwald.«

Tove Jansson: Sommerbuch, 1972

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Die superschön illustrierte Ausgabe von »Bonjour tristesse« von Katrin Stangl. Die Illustrationen bringen einem nach Côte d’Azur, ohne dorthin zu reisen. <3

 

Allgemein Höpöhöpö

Sommernachtstraum

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Perfekt vorbereitet auf die weißen Nächte. Einen schönen Mittsommer! Hauskaa Juhannusta!

Juhannus

Leseinspiration für das Mittsommerwochenende:

Fjodor Dostojewski: Weiße Nächte

Tove Jansson: Sturm im Mumintal (Farlig midsommar)

William Shakespeare: Ein Sommernachtstraum (A Midsummer Night’s Dream)

Henning Mankell: Mittsommermord

Allgemein

Work in progress

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©LauraLaakso_Work-in-progress

 

Ab heute Abend werde ich mit dem Stadtlichh Magazin auf der »WORK IN PROGRESS« Konferenz unterwegs sein. Drei tage lang wird es unter dem Thema »Der Wert von Arbeit« um den Wandel der Arbeitswelt gehen. Aus existenziellen Gründen ist die finanzielle Belohnung der Arbeit als Messung der Wertigkeit des eigenen Tuns ein wichtiges, aber nicht das einzig mögliche Bewertungssystem. Aber es funktioniert so stark, weil es klar messbare Fakten liefert und sehr konkret ist. Die Frage, ob man durch die eigene Arbeit das Leben finanzieren kann, wird wohl in der nächsten Zukunft nicht aus meinem Freiberufleralltag wegzudenken sein. Aber es gibt auch andere Bewertungssysteme, die wesentlich schwerer zu messen sind und oft in der von Zahlen dominierten Gesellschaft unterzugehen scheinen. Dazu gehört unter anderem der gesellschaftliche Wert: Ist meine Arbeit gesellschaftlich sinnvoll oder sogar notwendig, auch wenn das direkte finanzielle Nutzen schwer zu definieren sein wird? Bringt sie uns als Gesellschaft, als Team weiter? Oder der individuelle Wert: Welchen Bedeutung hat meine Arbeit für mich selbst? Ein entscheidender Aspekt für die Eigenmotivation und für die Lust immer wieder etwas neues zu entwickeln. Wie weit sind diese Werte wandelbar und welche Möglichkeiten gibt es, sie miteinander ins Gleichgewicht zu bringen? Zu diesen Punkten hoffe ich mir Inspiration durch den Austausch auf der Konferenz.

»Es ist eine Kunst, das zu tun, was man wirklich will. Eine große Kunst aber ist es, das bleiben zu lassen, was man nicht will.« Tex Drieschner

Ich bin sehr gespannt auf die Vorträge an den kommenden Tagen, besonders freue ich mich auf die Keynote von dem Soziologen und Ökonomen Jeremy Rifkin, die beiden Gründerinnen Nora-Vanessa Wohler und Susanne Hoffman von der Plattform EDITION F, auf der ich selbst gerne unterwegs bin und auf den sympathischen Architekten und Designer Van Bo Le-Mentzel.