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Liebling des Monats

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Arthur Schnitzler: Traumnovelle (1926) | Eine Graphic Novel von Jakob Hinrichs

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Der Arzt Fridolin und seine Frau Albertine führen eine Ehe mit einer recht klassischen Rollenaufteilung. Zwei durchschnittliche, gewöhnliche Menschen, deren Lebensgestaltung von den Wünschen der Gesellschaft geprägt wird, dabei aber äußerlich zufrieden wirkt. Aber wie so häufig bei Schnitzler – sind es auch zwei Menschen mit verborgenen Lebenslügen, herausgefordert in einer Gesellschaft, die trotz suggerierte Freiheit voller ungeschriebene Gesetze und Tabus steckt. Mit einem Gespräch in einem Riesenrad beginnt für Fridolin und Albertine überraschend eine Zeit der Entdeckung der bisher unterdrückten Begierden. In den erotisch geprägten Fantasien verschwinden die Grenzen zwischen Traum und Realität. Schnitzers »Traumnovelle« wurde auch in Stanley Kubricks letztem Film »Eyes Wide Shut« (1999) verarbeitet.

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Die illustrierte Interpretation und die Novelle ergänzen sich gegenseitig, aber jede für sich funktioniert auch sehr gut einzeln als vollkommen selbstständiges Werk. Der abstrahierte Stil – mit klaren Formen und Farben – schafft Distanz zu den persönlichen Fantasien und ermöglicht den Figuren (und dem Leser) Privatheit trotz intimer Geständnisse. Zudem schaffen die Illustrationen eine schöne surrealistisch angehauchte Atmosphäre zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Kostüme und Masken liebe ich am meisten.

nahDas Buch ist bei Büchergilde erschienen. Mehr dazu bei Jakob Hinrichs. Seinen Blog lese ich auch sehr gern.

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